Region Slawonien und Baranja

Region Slawonien und Baranja

Radler-Traum zwischen Kornfeldern und idyllischen Flüssen Kombination von Ebene, Ried, Hügeln und malerischen Orten

Malerische Dörfer im Wechsel mit weiten fruchtbaren Feldern und grünen, weinbewachsenen Hügeln sind die Merkmale Slawoniens, der Baranja und des westlichen Syrmien, die ihren Ausdruck finden im Volkstanz – Kolo (Reigentanz),im Bećarac (humorvoller Volksgesang), im Klang der Tamburizza und in den prachtvoll bestickten und mit Dukaten geschmückten Volkstrachten der Frauen, sowie in den mit gestrickten Bordüren versehenen Wolljacken (reklje oder špenzle), die den militärischen Grenzeruniformen vom Anfang des 18. Jahrhunderts nachempfunden sind, mit Stiefeln und dem unvermeidlichen slawonischen (šokački) Hut als Attribute der männlichen Volkstracht.

 

Die Region vereint in sich fünf Gespanschaften mit fünf Stadtzentren: Osijek, Vukovar, Slavonski Brod, Požega und Virovitica.

Ivo Biočina

Zwei Städte werden von den größten Festungsanlagen an Flussufern des kontinentalen Kroatiens beschützt, den barocken Festungen in Slavonski Brod an der Save – Festung Brod und in Osijek an der Drau – Festung Osijek.

Fahrradmäßig betrachtet ist Osijek die slawonische Fahrrad-Stadt, in der Sie sich als „König auf dem Rad“ fühlen können, denn es hat die meisten Kilometer an Radrouten, und man kann die Stadt tatsächlich am besten per Fahrrad kennen lernen. Sie stellt eine harmonische Verbindung eines barocken urbanen Kerns und einer Militärfestung vom Anfang des 18. Jahrhunderts dar, was ihr einen besonderen Charme verleiht. Die Osijeker Drau-Promenade ist in ihrer gesamten Länge ein Radweg. Auf ihr gelangt man bis zur Fähre „Kompa“ an der Drau und über den Fluss zum Zoo und zurück über eine der zwei Brücken mit den schönsten Ausblicken auf die Stadt.

 

In Reichweite von Osijek befindet sich der Naturpark Kopački rit, eines der größten Überschwemmungs- und Sumpfgebiete in Europa. Am schönsten ist es, den attraktiven Park mit dem Rad zu durchfahren, die zahlreichen Kanäle und Seen zu erkunden. Beachtlich ist seine weltweit bekannte Vielzahl an Vogelarten. Der Park gehört zu den größten Attraktionen des grenzübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats Mur – Drau – Donau. Über den Damm entlang des Kanals, der den See Veliki Sakadaš und den Fluss Drau verbindet, ist auf relativ guten Makadamwegen die Umrundung des Naturparks und der Stadt Osijek per Trekking oder Mountainbike möglich.

 

Da man in Kopačevo auf einem Campingplatz oder in einem agrotouristischen Betrieb übernachten und imBesucherzentrum des Naturparks Fahrräder ausleihen kann, bietet es sich an, Touren über die Flussdämme und Straßen zum Wald und Park des Schlosses Tikveš (11,5 km), oder noch ein wenig weiter (etwa 6 km) bis zum Haus in der Natur Zlatna Greda mit Hostel und Restaurant sowie einem Adrenalinpark zu unternehmen. Von dort führt die Internationale Radroute Pannonischer Friedensweg von Osijek nach Sombor in einer Länge von 75 km.

Ivo Biočina

Zur Attraktivität der Baranja tragen die hervorragenden Weine vom sonnigen Standort Banska kosa bei. Wenn man mit dem Rad aus Karanac auf den höchsten Berg Kamenjak (244 m) hinaufsteigt, bietet sich von dort ein atemberaubender Blick auf dasMeer grüner Weinberge. Im benachbartenBeli Manastir empfiehlt sich der Besuch des Ethnologischen Zentrums des baranischen Erbes mit einer Sammlung des materiellen und immateriellen Kulturerbes der ethnischen Gruppen auf dem Gebiet der Baranja vom Ende des 19. bis zur Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dies ist der beste Ausgangspunkt, durch die schönen, gepflegten Dörfer in der Umarmung der Weinberge der Banska kosa zu fahren und zu bestaunen.

Durch Slawonien und die Baranje verläuft das kroatische Teilstück derEuroVelo 6 – die Donau-Radroute in einer Länge von 138 Kilometern. Sie kommt über den Grenzübergang Duboševica in die Baranja und am Grenzübergang Ilok verlässt sie sie. Besonders interessant und einen Besuch wert ist sie deshalb, weil sie durch das malerische Gebiet der Baranja und den Naturpark Kopački rit, durch die FahrradstadtOsijek, vorbei an der Mündung der Drau in die Donau bei Aljmaš, durch die Weinberge von Erdut und die besonders sehenswerten und schönen EDEN-Destinationen des kulturtouristischen Vukovar – Vučedol – Ilok führt.

 

In Vukovar befindet sich am Ufer der Donau das Schloss Eltz, eines der bedeutendsten Bauwerke der barocken-klassizistischen Architektur des kontinentalen Kroatiens aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Außerdem beherbergt Vukovar die schönste Museumssammlung aus der nicht ausreichend bekannten, aber überaus wertvollen Vučedol-Kultur der jüngeren Bronzezeit (4. Jahrtausend v. Chr.). Im benachbarten Vinkovci kann man mit dem Rad drei Routen befahren: die Blaue Route Borinci (19 km), die Rote Route Bosut (15 km) und die Gelbe Route Sopot (21 km). Im Tourismusbüro stehen Beschreibung und Karten zur Verfügung.

 

Für eine idyllische Fahrt am Fluss entlang, der Gelbe Route folgend, empfiehlt es sich von der Bosut-Brücke im Stadtzentrum abzubiegen und über den 3 km langen Spazierweg am Fluss Bosut zu fahren, auf jeden Fall durch Krnjaš mit dem Geburtshaus des Schriftstellers Ivan Kozarac, das einen Einblick in das Leben einer Stadt vom Anfang des 20. Jahrhunderts gewährt, und weiter bis zum Ausflugsort Sopot mit archäologischer Lokalität. Die Radroute führt weiter bis nach Rokovci, wo man sich an der Bosut stärken und ausruhen kann. Auf gleichem Weg geht es am Bosut-Ufer entlang zurück (etwa 14 km). Aus Vinkovci hinaus führt die ebenfalls markierte Syrmische Radrundroute (98 km) auf Asphaltstraßen durch Rokovci, Cerna, Gradište, Županja (an der Save), Bošnjaci, Vrbanja, Otok, Privlaka und Mirkovci. Die Route führt durch von der Save begrenzte attraktive Gebiete, wo sieben Flüsse die Spačva speisen, einen der größten ganzheitlichen Eichenwälder Europas.

Ivo Biočina

In Đakovo befindet sich das bekannte seit 510 Jahren bestehende Staatliche Gestüt Đakovo, das seit 210 Jahren Lipizzaner züchtet sowie die Kathedrale St. Peter im neuromanischen Stil aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Für Freunde des Mountainbiking fährt man aus der Stadt hinaus bis zum nahe gelegenen See Borovik, um den herum die markierte MTB-Rundroute Borovik – Vuka (29 km), meistens auf Makadamwegen, verläuft.

Wenn man weiter westlich die Bike & Wine Route der Gespanschaft Požega-Slawonien nimmt, führt aus dem barocken Stadtkern von Požega, direkt am Fluss Orljavo entlang, eine 39 km lange Rundroute auf der Straße zum Naturpark Papuk. Es handelt sich hier um ein wunderschönes und einziges Gebirge in der Ebene Slawoniens (Ivačka glava, 954 m) von hohem Naturwert und den einzigen Geopark Kroatiens auf der UNESCO-Liste der Global Geoparks . Das Besucherzentrum und der Platz Geoparks der Welt sowie der Campingplatz Duboko befinden sich in Velika, einem guten Ausgangspunkt für Ausflüge in den Parkwald Jankovac mit gräflichem Lehrpfad (2,3 km).

 

Gut planen lässt sich aus Velika ein Besuch der benachbarten Graševina- Weinstadt Kutjevo mit Schloss und Weinkeller vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Die Radrundroute Gra ševina (Welschriesling) (18 km) führt auf Asphalt- und Makadamstraßen nur durch Weinberge. Es ist eine glänzende Gelegenheit für einen unvergesslichen Blick auf die südlichen weinbewachsenen Hänge des Papuk und eine Fahrt vorbei an den Weinbergen bekannter Weinkellereien wie Krauthaker, Enjingi und Sontacchi.

 

In Slavonski Brod sollte man unbedingt die monumentale Brod-Festung besuchen, das größte Denkmal des kontinentalen Kroatiens mit dem einzigartigen Tamburizza-Museum. Danach geht es vom Hauptplatz, dem Korzo, durch die Flößer-Straße (Splavarska ulica) am Fluss Save entlang, auf die 48 km lange Rundroute über Asphaltstraßen durch Trnjanski Kuti bis Oprisavci zum agrotouristischen Objekt Kuća dida Tunje, wo sich die geschützte Auenlandschaft Gajna befindet und wo das Vieh frei weidet. Zur Stadt zurück geht es durch die malerischen und gepflegten posavinischen Dörfer Klakar, Donja und Gornja Bebrina, die Sie zusätzlich ein schönes und anderes Slawonien an der Save genießen lassen.

 

Dort, wo die posavinische Ebene in die bewaldeten Südhänge des Psunj übergeht, liegt die Stadt Nova Gradiška mit Umgebung. Die Radrundroute Franjo Belar – Dida (19 km) führt über den weinbewachsenen Berg Slav ča, der gleichzeitig auch ein schöner Aussichtspunkt auf die Posavina ist, und hinab nach Cernik mit wunderschönem Franziskanerkloster und der Kirche St. Peter . Des Weiteren lernt man Giletinci und Cerni čka Šagovina, schmucke Dörfer am Fuß des Psunj, kennen. Zurück geht es leicht bergab auf Wald- und Makadamwegen bis Mašić und in die Stadt hinein.

Für Mountainbike- (MTB)Fahrten bietet sich die Berghütte Omanovac oberhalb von Prakrac auf dem Gebirge Psunj an, zu der man auch über die Straße gelangen kann. Von hier, auf einer Höhe von 655 m ü. d. M., hat man einen herrlichen Ausblick auf das gesamte Pakrac-Lipik-Gebiet und das Tal des Flusses Pakra. Unweit der Hütte wurden der Bike Park Psunj und die XC-Route Kuna in einer Länge von etwa 10 km eingerichtet.

Die gesamte Destination Lipik und Pakrac wird abgedeckt von der Route der Lipizzaner und Kuna (Marder). Diese Route besteht aus 98 km markierter Wege mit Wegweisern, Infotafeln und Karten. Sie verbindet unterschiedliche Destinationen, bietet Wissenswertes für Spaziergänger, Radler und Reiter sowie viele gut ausgestattete Rastplätze.

 

Die Destination der Gespanschaft Virovitica –Podravina ist im fahrradtouristischen Sinn vomFluss Drau mit seiner geschützten Landschaft Kri žnica unweit von Pitomača geprägt. Andererseits sind für Radler außer dem Flusstal auch das hügelige Terrain mit Orten am Fuße der Nordhänge des Naturparks Papuk interessant: Orahovica, Slatinski Drenovac, Čačinci, Voćin und Slatina sowie Orte am Fuße des sanften und weinträchtigen Bilogora : Špišić, Bukovica, Vukosavljevica, Turnašica, Velika Črešnjevica und Grabovnica.

 

Logistisch betrachtet sind für Fahrradtouristen wichtige Punkte in dieser Region die EDEN-Destinationen: Hotel, Gestüt, Farm Vi šnjica im gleichnamigen Dorf auf dem Gebiet der ehemaligen slawonischen Pustara, Heritage-Hotel, Kurie Jankovi ć und Kapela Dvor unweit von Virovitica, ebenso das Infozentrum der Gespanschaft für Radfahrer und das Hostel, sowie das Informations- und Bildungszentrum Dravska priča in Noskovačka Dubrava. Die Drau-Idylle kann man jedoch am besten erleben auf der kleinen Drau-Halbinsel Križnica, wo der Fluss nahe der ungarischen Grenze am stärksten mäandert. Eine Fahrt auf der gesamten Drau-Route und auf der EuroVelo 13 aus Pitomača mit Križnica bis Kapela Dvor und Lukač sowie weiter durch Budakovac, Kapinci und Sopje bis Noskovačka Dubrava und Čađavica ist sehr ruhig und schön. Die Fahrt auf ruhigen Straßen in idyllischer Landschaft an der Drau und ihren Nebenarmen entlang kann man schon als echtes Drau-Märchen bezeichnen.

 

Das Fahren mit dem Rad ermöglicht am intensivsten, das landschaftliche Ambiente, geprägt von Kornfeldern in der Ebene und bewaldeten Gebirgen sowie von sanften kultivierten Hügeln, kennen zu lernen und zu erleben!