Das geheimnisvolle Vulkandreieck von Vis und der seltenste Apfel Kroatien

Das geheimnisvolle Vulkandreieck von Vis und der seltenste Apfel Kroatien

Jabuka, Svetac und Brusnik

Unter den fast eintausend Inseln bietet sich Nautikern, die das kroatische blaue Meer befahren, eine hervorragende Auswahl. Die Inseln der Kvarner-Bucht, die Inseln vor Zadar, Šibenik, Split und Dubrovnik stillen alle Appetite und Vorlieben auf der Suche nach der perfekten Bucht, dem Paradiesstrand oder dem versteckten Winkel zum Ausspannen, doch die Adria birgt auch ungeschliffene Diamanten im wahrsten Sinne des Wortes, für unternehmenslustige Nautiker, die das Abenteuer suchen. Das sogenannte Vulkandreieck von Vis, gebildet von den Inseln Svetac, Brusnik und Jabuka (Apfel) gehört zu den größten nautischen Abenteuern Kroatiens und ist definitiv eine Empfehlung für alle Segler, die bei dem magischen Wort „Off-shore“ (Hochseesegeln) aufhorchen.

 

Dieser originelle und ganz besondere Ausflug ist in den Sommermonaten attraktiv, wenn die Wetterbedingungen und stabile Hochdruckgebiete einen Besuch dieses Meeresparadieses zulassen, das sich mit herrlicher Naturschönheit und einem Schleier der Mystik und Geheimnisse einen Namen gemacht hat.

 

Unsere Tour beginnt bei dem letzten Punkt, dem seltensten Apfel Kroatiens (Jabuka). Manchen Nautikern gleicht diese kleine Insel einer Haifischflosse, andere sehen in ihr einen abgebrochenen Zahn, und wieder andere erkennen ein Werk der konzeptuellen Kunst. In einigen alten Seefahrtsaufzeichnungen wird auch die Ähnlichkeit mit einer Pyramide erwähnt. Wie es auch sei, die Jabuka ist eine alleinstehende Dame, die bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts die Aufmerksamkeit der Seefahrer auf sich zog, als sie zum ersten Mal in die Seekarten eingezeichnet wurde. Der beeindruckende, etwa einhundert Meter hohe schwarze Felsen aus Lavagestein voller Eisenerz (Magnetit) ist bei Schönwetter von den Festlandsgebirgen aus fast 100 Kilometern Entfernung zu sehen. Obwohl die kleine Insel außerhalb der üblichen Seerouten liegt, entwickelte sie sich in letzter Zeit zu einer persönlichen Trophäe der Nautiker, die sie ansteuern, um die wilde Natur in ihrer kreativsten Phase zu bewundern. Wie ein Kunstwerk kann sie nur aus der Ferne betrachtet werden, denn es gibt keine Bucht, das tiefe Meer erschwert das Ankern, und an den glatten Felsen kann auch das kleinste Boot nicht anlegen. Doch allein die Existenz der Insel vermittelt ein greifbares Gefühl der Ruhe und Stille. Ein paralleles Universum, für das sich die Anfahrt lohnte. Es sollte auch erwähnt werden, dass das Gebiet um Jabuka zu den fischreichsten Gebieten der ganzen Adria gehört, und die Zahnbrasse trifft man hier besonders oft an.

 

Der zweite Schenkel des Dreiecks von Vis und die nächstgelegene Nachbarin der Jabuka heißt Brusnik. Die etwa 150 Millionen Jahre alte Insel entstand ebenfalls aus magnetitgefülltem Vulkangestein. Aus diesem Grunde spielt die Kompassnadel total verrückt. Nautiker können auf dieser 23 Meter hohen Insel anlegen, aber mit großer Vorsicht wegen der unter Wasser liegenden Felsen, und zwar an der Nordwestseite der Insel, wo ein kleiner Strand mit runden grauen Steinen aller Größen auf sie wartet, oder sie können versuchen, an der Südostseite zu ankern. Dann eröffnet sich vor ihnen der schönste Naturmaler. Das Zusammenspiel von Sonnenschein, schwarzen Felsen und türkisblauem Meer ist zeitlos. Auf der kleinen Insel lebt auch die endemische schwarze Eidechse, der beste Meteorologe. Ein sehr altes Sprichwort besagt, dass ein Wetterumschwung bevorsteht, wenn die Eidechsen in den Schratten verschwinden. Dann ist es Zeit, die Fahrt zum letzten Teil des Dreiecks von Vis fortzusetzen.


Die Insel Svetac oder Sveti Andrija (Heiliger oder St. Andreas) war bereits im Altertum bewohnt. Die Illyrer und ihre Königin Teuta, die Griechen und die Römer hatten hier ihre kleinen Wachen auf der Insel, von der Fischer sagen, dass die Winde so stark wehen, dass selbst Felsen fortgetragen werden. In den letzten 250 Jahren stand die Insel Svetac im Besitz der Familie Zanki. Die Slatina-Bucht oder die Mundonova, wie sie von den Inselbewohnern genannt wird, ist die sicherste Bucht, wo man ein Boot an zwei Pollern festmachen kann. Von Slatina gelangt man mit dem Schlauchboot zum einzigen kleinen Hafen der Insel – Pavlov Bok, wo die Boote weder festgemacht werden noch vor Anker gehen, sondern an Land gezogen werden. Nautiker, die Mysterien und geheimnisvolle Vergangenheit mögen, werden viel Freude an der Besichtigung des Teuta-Turms haben, wo die Königin der Illyrer, wie die Legende besagt, gut von der Beute der Piraten lebte.

Wie Jabuka und Brusnik zeichnet sich auch Svetac durch wilde Natur aus. Die einzigen Steinbildhauer, Maler und Architekten sind die mächtigen Winde und das Meer.

Warten Sie deshalb die Sommermonate, eine gute Wettervorhersage und ruhige See ab, um die Fahrt in die Welt der Geheimnisse, der Mystik und der wunderschönen Natur anzutreten.

Ivo Pervan / Geopark Viški arhipelag

Geopark Archipel von Vis

Das Gebiet der Insel Vis und der ihr zugehörigen Kleininseln Biševo, Sveti Andrija, Brusnik, Jabuka und Palagruža, das eine einheitliche geographische Zone mit einzigartigen Lokalitäten und Landschaften bildet, ist zum zweiten UNESCO-Geopark in Kroatien (nach Papuk) erklärt worden.