Nautikerabende bei einem Glas guten Weins

Nautikerabende bei einem Glas guten Weins

Bei Segeltouren durch Kroatien trifft man auf zahlreiche Phänomene, die Nautiker mit den verschiedensten Interessen ansprechen, wie etwa die Erkundung des kulturellen und historischen Erbes, die Bewunderung der Naturschöpfungen oder das Auskosten der lebhaften Sommerabende. Zu den vielen Interessen, die man bei Segeltörns befriedigen kann, gehört auch die Beschäftigung mit dem Phänomen des Weins.

 

Der Wein als Lebensmittel hat sich weltweit zu einem Trend entwickelt, und so bringt jedes Jahr auch in Kroatien neue und immer bessere „Bouteillen“ zum Vorschein, die stolz die Ehre der kroatischen Weine verteidigen. Was Nautiker mit der Möglichkeit verbindet, sich kroatische Weine schmecken zu lassen, ist die Gelegenheit, viele Kellereien und Weingärten direkt von Bord ihres Wasserfahrzeugs aus zu betreten. Die Nähe zum Meer, ein interessantes Terroir und motivierte Winzer erwarten Sie in jedem Winkel der kroatischen Küste und der Inseln, wo sich die tausendjährige Tradition der Weinherstellung in diesem Teil des Mittelmeerraums fortsetzt.

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Es sind Fälle bekannt, in denen Taucher/Archäologen die Gelegenheit hatten, Wein aus der Antike zu kosten, der in Amphoren gesunkener Schiffe erhalten geblieben war.

Die Seefahrer von heute müssen keinen Taucheranzug anziehen, um die Qualität des Weinangebots zu erkunden, denn die Segelfahrt durch Kroatien kann sehr wohl mit der Entdeckung verschiedener Weinaromen gespickt sein, und zwar von Weinen, die für das betreffende Segelrevier spezifisch sind. Die Vielfalt der Sorten und Art und Weise ihrer Bereitung und Lagerung schafft nämlich eine große Zahl sehr unterschiedlicher interessanter Weine, und viele davon sind an den engen Raum gebunden, wo die betreffende Rebsorte gedeiht.

 

Deswegen bildet die Übersicht möglicher Häfen, die zur Freude vieler Nautiker als Ausgangspunkt für die Erkundung des kroatischen Weinangebots dienen können, einen ganz spezifischen Lotsen.

 

Die Südadria

Pelješac gegen Korčula, Rot- gegen Weißwein

 

Es ist unmöglich, ein bestimmtes Gebiet auszusondern, das man am besten besuchen sollte, um die kroatische Weingeschichte zu erfassen – das ist etwas, was wir „dem Gaumen der Beobachter“ überlassen wollen. So raten wir Ihnen, wenn Sie Interesse daran haben, selbst die „verschiedenen Sprachen“ der kroatischen Weine zu vergleichen. Doch im Rahmen der Segeltouren durch Kroatien und deren Bedeutung sticht im Süden Kroatien ein außergewöhnlicher Mikrostandort hervor, nämlich das Gebiet zwischen Korčula und Pelješac.

 

Auf der einen Seite birgt die Insel Korčula in ihrem Schoß die beste weiße Rebsorte Kroatiens, den bekannten Pošip, dessen Anbauflächen wir auf der Insel auf Anhöhen mit einem spezifischen Mikroklima finden, was den Wein von dieser Insel (oder von den Weintrauben dieser Insel) zu etwas ganz Besonderem machen.

 

Als Gegenstück dazu gedeiht neben der Ortschaft Lumbarda, direkt am Meer, die Rebsorte Grk auf sandigem Grund, die wohl „verrückteste“ kroatische Weißweinsorte, die man nur in diesem Raum findet. Zudem ist Korčula die einzige Insel in Kroatien, die über drei Restaurants mit Michelin-Empfehlungen verfügt, und so sind bei einem Besuch der Insel Gaumenfreuden garantiert. Die Frage ist nur, wie man das am besten anstellen sollte. Wir empfehlen einen Besuch der Hauptstadt der Insel, Korčula, die dann als Ausgangspunkt für Besichtigungstouren mit dem Leihwagen dient, möglichst mit einer Betreuung durch professionelle Tourguides. Falls Sie ein kleineres Boot haben, kann auch Lumbarda als Startpunkt dienen; die dortigen Kellereien sind auch zu Fuß zu erreichen. Auf der anderen Seite der Insel liegt Vela Luka, von wo aus man am leichtesten zu den Ortschaften Blato, Čara und Smokvica, den Hütern der Weißweinaromen, gelangt.

Ivo Biočina

In unmittelbarer Nähe zu Korčula befindet sich auch die Halbinsel Pelješac, die sich mit ihren Rotweinen (in Dalmatien besser als „schwarze“ Weine, crna vina, bekannt) der Insel Korčula entgegenstellt. Dank der Bodenbeschaffenheit und der bekannten Südhänge dieser Halbinsel sind die dort wachsenden Weintrauben von vorzüglicher Qualität.

Von den Standorten Dingač und Postup kommen die anerkanntesten Weine, und der relativ kleine Raum zwischen Orebić und Ston weist eine respektable Zahl alter und neuer Kellereien auf. Allen ihnen gemeinsam ist die Sorte Plavac Mali als Markenzeichen, die weitestverbreitete rote Rebsorte in Kroatien, die am richtigen Standort und in richtigen Händen eine besondere Bedeutung gewinnt. Ein Besuch der Kellereien von Pelješac ist deshalb zu einem attraktiven Teil des touristischen Angebots geworden. Die Touristen kommen meistens mit dem Wagen aus Dubrovnik. Wer mit dem Boot nach Pelješac kommt, dem bieten sich viele bekannte Kellereien wie auf dem Präsentierteller, denn sie sind von der Meerseite her zugänglich und erfordern nur eine kurze Fahrt ins Landesinnere. Deshalb entwickelt sich die Besichtigung dieser Kellereien auch zu einem beliebten „Sport“ der Nautiker.

 

Vom Hafen Orebić aus gelangt man leicht zu mehreren angesehenen Kellereien, der Hafen eignet sich allerdings nicht für große Boote. Doch wenn Sie ein wirklich großes Boot haben, dann gehört sehr wahrscheinlich auch eine Crew dazu, die Sie in Orebić an Land und am anderen Ende der Insel, beispielsweise in Trstenik, wieder an Bord gehen lassen kann. Von Trstenik aus kann man bei vorheriger Anmietung eines Wagens mit Fahrer eine Besichtigungstour unternehmen. Die Route kann durch das Weinbaugebiet Dingač führen, durch den bekannten Tunnel nach Potomje, und dann wieder zurück nach Trstenik und an Bord Ihres Bootes.

An der Südseite bietet sich Nautikern ein guter Standort, nämlich die Bucht Prapratna, wo das Boot vor Anker gehen soll, während sich an der Nordseite der Halbinsel der gute Hafen Trpanj befindet, der mit guter nautischer Infrastruktur auftrumpft, die Ihnen zur Erkundung der ganzen Insel dienen kann.

 

Auf der einen Seite Korčula, auf der anderen Seite Pelješac, und das alles auf der Route zwischen Dubrovnik und Split. Diesen Punkt der Südadria dürfen sich Weinkenner nicht entgehen lassen, denn er liegt praktisch direkt vor Ihrem Bug. Und er ist das Symbol des kroatischen Weinbaus, das heute auch in vielen anderen Nuancen leuchtet.